BarrierefreiheitInklusion

Barrierefreiheit im Museum: Inklusion durch einfache Sprache und digitale Guides

· 9 Min. Lesezeit · von Dominik Walczuch
Ausstellungstext in einfacher Sprache auf dem Bildschirm eines Smartphones

Wenn von Barrierefreiheit im Museum die Rede ist, denken viele zuerst an Rampen, Aufzüge und ausreichend breite Türen. Diese baulichen Maßnahmen sind unverzichtbar – aber sie lösen nur einen Teil des Problems. Die größte Hürde steht oft an der Wand: Ausstellungstexte, die ein Fachvokabular voraussetzen, in langen Schachtelsätzen formuliert und nur in einer Sprache verfügbar sind. Wer sie nicht lesen oder nicht verstehen kann, bleibt von der eigentlichen Ausstellung ausgeschlossen, obwohl er längst im Raum steht. Echte Inklusion beginnt dort, wo Inhalte für möglichst alle Menschen wahrnehmbar und verständlich werden.

Barrierefreiheit ist mehr als eine Rampe

Wie viele Menschen es tatsächlich betrifft

Leichte Sprache und Einfache Sprache – ein wichtiger Unterschied

  • Kurze Sätze mit möglichst nur einer Aussage.
  • Häufige, alltägliche Wörter statt Fachbegriffen – und Fachbegriffe, wo nötig, kurz erklärt.
  • Aktive Formulierungen statt komplizierter Passivkonstruktionen.
  • Ein klarer Aufbau, der das Wichtigste zuerst nennt.

Warum digitale Guides den Unterschied machen

Mehrsprachigkeit, Audio und individuelle Einstellungen

Ein digitaler Guide räumt weitere Barrieren beiseite. Übersetzungen erreichen internationale Gäste in ihrer Sprache. Vorgelesene Texte unterstützen Menschen mit Sehbeeinträchtigung, mit Leseschwäche oder einfach jene, die lieber zuhören. Und weil die Inhalte auf dem eigenen Smartphone laufen, stellt jede Person Schriftgröße, Kontrast und Lautstärke so ein, wie es für sie angenehm ist – Funktionen, die moderne Betriebssysteme ohnehin mitbringen und die kein Leihgerät bieten kann.

  • Einfache Sprache parallel zum Fachtext – auf Knopfdruck umschaltbar.
  • Mehrsprachige Inhalte für ein internationales Publikum.
  • Vorgelesene Texte und Audioguides, ganz ohne Leihgerät.
  • Schriftgröße, Kontrast und Lautstärke individuell am eigenen Gerät einstellbar.
Inklusion heißt nicht, einzelne Gruppen mitzudenken – sondern Inhalte so zu gestalten, dass niemand außen vor bleibt.

Was das für Ihre Ausstellung bedeutet

Barrierefreiheit muss kein Großprojekt sein. Oft genügt es, bei den wichtigsten Exponaten zu beginnen: eine Fassung in einfacher Sprache, ein oder zwei Übersetzungen, eine Audioversion. Weil digitale Inhalte sich jederzeit ergänzen und korrigieren lassen, kann das Angebot mit jeder neuen Ausstellung mitwachsen – ohne dass Schilder neu gedruckt oder Geräte eingesammelt werden müssen.

Quellen

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